Lohnt sich Photovoltaik 2026?

Ja! Die wichtigste Erkenntnis zuerst: Eine Solaranlage zahlt sich schon allein über die Einspeisevergütung aus – also selbst dann, wenn Sie keine einzige Kilowattstunde davon selbst nutzen. Der Staat garantiert diese Vergütung 20 Jahre lang, und über diese Zeit bringt sie mehr Geld ein, als die Anlage gekostet hat. Alles, was Sie zusätzlich selbst verbrauchen, ist reiner Gewinn obendrauf.

Deshalb lautet die Empfehlung: Machen Sie Ihr Dach so voll wie möglich, solange es die Förderung (noch) gibt.

Die Rechnung mit einem vollen Dach

Wir nehmen ein Dach mit Kapazität für 12 Kilowatt Peak (kWp) an. Also ein typisches Einfamilienhausdach.

  • Kosten: rund 15.000 € (bei größeren Anlagen wird der Preis pro kWp günstiger).
  • Ertrag: etwa 11.400 Kilowattstunden im Jahr, über 20 Jahre grob 210.000 Kilowattstunden.
  • Einspeisevergütung: für diese 12-kWp-Anlage 7,78 ct/kWh für den Anteil bis 10 kWp und 6,73 ct/kWh für den Anteil darüber – im Schnitt also rund 7,6 ct/kWh (Stand: Inbetriebnahme Feb–Jul 2026; der Satz sinkt für neue Anlagen halbjährlich um rund 1 % – mehr dazu).

Nur aus der Einspeisung ergibt das: 210.000 kWh × 7,6 ct = rund 16.000 € – und damit schon mehr als die 15.000 €, die die Anlage gekostet hat. Ganz ohne Eigenverbrauch.

Diese Vergütung ist 20 Jahre garantiert. Seit 2025 gibt es eine Sonderregel bei negativen Börsenpreisen – die kostet Sie unterm Strich aber nichts, weil die betroffenen Stunden hinten an die 20 Jahre angehängt werden (so funktioniert das).

Und jetzt kommt der eigentliche Gewinn. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, spart Ihnen teuren Netzstrom für rund 35 ct – statt sie für 7,6 ct einzuspeisen. Selbst genutzter Strom ist also gut viermal so viel wert.

Lassen Sie uns dasselbe Dach noch einmal rechnen, diesmal mit 50 % Eigenverbrauch – wie er sich mit Wärmepumpe oder E-Auto schnell einstellt. Die eingespeiste Hälfte (105.000 kWh) bringt über 20 Jahre rund 8.000 €; die selbst genutzte Hälfte spart bei 35 ct rund 36.800 € an Netzstrom. Zusammen sind das etwa 45.000 € – bei 15.000 € Anschaffung. Der Eigenverbrauch entscheidet also nicht mehr darüber, ob sich die Anlage lohnt, sondern nur noch, wie hoch der Gewinn ausfällt.

Das Geld liegt nicht auf der Straße

Sie haben keine 15.000 € unterm Kopfkissen? Kein Problem – ein volles Dach lohnt sich auch auf Kredit. Nehmen wir eine Finanzierung über die vollen 15.000 € zu 4,5 % Zinsen und 15 Jahren Laufzeit: Die Rate liegt dann bei rund 1.400 € im Jahr, und über die gesamte Laufzeit kommen etwa 6.000 € Zinsen dazu.

Dem steht der Ertrag der Anlage gegenüber. Mit dem realistischen 50-%-Eigenverbrauch von oben bringt sie rund 2.250 € im Jahr (etwa 45.000 € über 20 Jahre) – also mehr, als die Kreditrate kostet. Die Anlage bezahlt ihre eigene Rate vom ersten Jahr an und wirft trotzdem Überschuss ab. Nach 15 Jahren ist der Kredit getilgt, und die restliche Laufzeit von zehn und mehr Jahren ist reiner Gewinn. Selbst die 6.000 € Zinsen fallen gegenüber den rund 45.000 € Ertrag kaum ins Gewicht.

Warum „so voll wie möglich"

Weil schon die garantierte Einspeisung die Kosten deckt, gibt es kaum einen Grund, klein zu bauen. Jede zusätzliche Kilowattstunde bringt entweder 7,6 ct Vergütung oder – wenn Sie sie selbst nutzen – 35 ct Ersparnis. Ein größeres Dach kostet pro kWp weniger und liefert später umso mehr, wenn Wärmepumpe oder E-Auto dazukommen. Das „solange es die Förderung gibt" ist dabei ernst gemeint: Die garantierte Vergütung sinkt für neue Anlagen Schritt für Schritt – wer jetzt baut, sichert sich den heutigen Satz für 20 Jahre. Und es steht mehr im Raum: Aus der Politik gibt es Vorstöße, die Einspeisevergütung ganz abzuschaffen (was dahintersteckt). Ein Grund mehr, sich den heutigen Anspruch jetzt zu sichern.

Nach 20 Jahren ist längst nicht Schluss

Die 20 Jahre Einspeisevergütung sind nicht das Ende der Anlage – nur das Ende der Förderung. Moderne Solarmodule halten deutlich länger: Immer mehr Hersteller, teils mit deutschen Garantien, geben inzwischen 30 Jahre und mehr auf ihre Module. Und die Leistung fällt nur langsam – nach drei Jahrzehnten liefern gute Module noch rund 85 % ihrer Anfangsleistung.

Das heißt: Wenn die Förderung ausläuft, produziert Ihr Dach einfach weiter – und der Strom gehört dann ganz Ihnen. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart weiterhin rund 35 ct, den Überschuss verkaufen Sie am Markt. Diese Jahre nach der Förderung sind reiner Gewinn – und in keiner der Rechnungen oben ist er überhaupt eingerechnet.

Ehrlich: worauf die Rechnung steht

Zwei Dinge gehören dazugesagt. Erstens hängt sie an der 20-Jahre-Garantie der Einspeisevergütung – deshalb der richtige Zeitpunkt: jetzt, zum heute gültigen Satz. Zweitens braucht es ein taugliches Dach: Liegt es stark im Schatten oder zeigt nach Norden, fällt der Ertrag deutlich, und die Rechnung wird knapper. Bei einem normalen, halbwegs besonnten Dach geht sie auf. Nicht sicher, ob Ihr Dach taugt? Finden Sie es hier heraus – der Rechner zeigt Ihnen den Ertrag für Ihre Ausrichtung und Lage.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein volles Dach, auch wenn ich den Strom gar nicht selbst brauche? Ja – schon die Einspeisevergütung über 20 Jahre holt die Kosten wieder rein. Selbst nutzen können Sie den Strom später immer noch (Wärmepumpe, E-Auto).

Wie lange gilt die Einspeisevergütung? 20 Jahre ab Inbetriebnahme, zum bei Inbetriebnahme gültigen Satz. Seit 2025 gilt dabei eine Sonderregel: In Stunden mit negativen Börsenpreisen wird nicht vergütet, dafür werden diese Stunden hinten angehängt – Sie verlieren also nichts (mehr dazu). Nach den 20 Jahren läuft die Anlage weiter – der Strom gehört dann ganz Ihnen.

Brauche ich einen Speicher? Nicht für die Grundrechnung. Er erhöht den Eigenverbrauch und damit den Gewinn, lohnt sich aber nicht von allein – rechnen Sie ihn getrennt durch. Speicher durchrechnen.


Raten Sie nicht bei der Anlagengröße – rechnen Sie Ihr Dach mit den echten Werten für Ihre Adresse durch. Unser Rechner zeigt Ihnen, was ein volles Dach über 20 Jahre einbringt. 👉 Photovoltaik durchrechnen

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