Negative Strompreise: Was passiert mit Ihrer Einspeisevergütung?

Seit 2025 gilt für neue Solaranlagen eine neue Regel: In Stunden, in denen der Strom an der Börse einen negativen Preis hat, bekommen Sie für den eingespeisten Strom keine Vergütung. Das klingt zunächst nach einem Nachteil – ist aber kaum einer. Warum, steht hier.

Was ein negativer Strompreis ist

Der Strompreis an der Börse entsteht aus Angebot und Nachfrage. An sonnigen, windigen Tagen ist manchmal so viel Strom im Netz, dass kaum jemand ihn braucht – dann rutscht der Preis unter null. Es gibt in diesen Stunden schlicht mehr Strom, als gewünscht wird. Genau dann wird seit 2025 keine Einspeisevergütung gezahlt. (Warum der Preis überhaupt unter null fällt, erklärt der Ratgeber Wie die Strombörse funktioniert.)

Warum Sie dabei nichts verlieren

Die betroffenen Stunden verfallen nicht. Sie werden gesammelt und hinten an Ihre 20 Jahre Förderung angehängt. Kommen über die Jahre also insgesamt ein paar Monate mit negativen Preisen zusammen, verlängert sich Ihre garantierte Förderung um genau diese Zeit. Unterm Strich erhalten Sie die volle zugesagte Fördermenge – nur etwas später. Für die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage ändert sich dadurch fast nichts.

Wie Sie sogar davon profitieren

Am besten fahren Sie, wenn Sie Ihren Strom in genau diesen Stunden selbst nutzen, statt ihn einzuspeisen. Ein Batteriespeicher oder ein flexibler Verbraucher – Wärmepumpe, E-Auto, Warmwasser – macht aus dem Überschuss einen Vorteil: Sie laden günstig, wenn das Netz überläuft. Ein dynamischer Stromtarif passt hier perfekt dazu, weil er die günstigen Stunden ohnehin ausnutzt. Ob sich ein Speicher dafür lohnt, rechnen Sie mit Ihrem Verbrauch durch: Speicher-Schwelle prüfen.

Häufige Fragen

Gilt das auch für meine ältere Anlage? Meist deutlich milder. Die scharfe Viertelstunden-Regel trifft nur Anlagen ab dem 25. Februar 2025. Für ältere greift die Nullvergütung erst, wenn negative Preise mehrere Stunden am Stück anhalten: bei Inbetriebnahme 2024 bis 24.02.2025 ab drei zusammenhängenden Stunden, bei Inbetriebnahme 2023 ab vier Stunden. Kleinere Anlagen, die davor ans Netz gingen, sind in der Regel gar nicht betroffen. Wer freiwillig in die neue Regel wechselt, bekommt dafür 0,6 ct/kWh mehr Vergütung.

Verliere ich dadurch Geld? Praktisch nicht – die ausgefallenen Stunden werden durch die Verlängerung der Förderung ausgeglichen.

Was kann ich tun? Eigenverbrauch stärken (Speicher, steuerbare Geräte) und einen dynamischen Tarif prüfen – so wird der Überschuss zum Vorteil. Dynamischen Tarif durchrechnen.


Rechnen Sie durch, was Ihr Dach über die volle Förderdauer einbringt: 👉 Photovoltaik durchrechnen

Verwandt: Lohnt sich Photovoltaik 2026? · Wird die Einspeisevergütung abgeschafft? · Dynamischer Stromtarif

Was lohnt sich für Ihr Zuhause?

Kostenlos in wenigen Minuten – PV, Speicher, Wärmepumpe, E-Auto.

Jetzt Aktionsplan berechnen