Negative Strompreise erklärt: Wie die Strombörse funktioniert
Es klingt paradox: An manchen Stunden kostet Strom an der Börse nichts – oder man bekommt sogar Geld dafür, welchen abzunehmen. Solche negativen Strompreise werden immer häufiger. Wie es dazu kommt, erklärt sich am einfachsten über die Strombörse selbst.
Wie der Strompreis an der Börse entsteht
Ein großer Teil des Stroms wird an der Strombörse gehandelt (in Europa vor allem an der EPEX Spot). Wichtig für Sie ist der Day-Ahead-Markt: Dort wird der Preis für jede einzelne Stunde – inzwischen sogar viertelstündlich – des kommenden Tages festgelegt, schon am Mittag zuvor. Der Preis ist keine feste Größe, sondern entsteht aus Angebot und Nachfrage: Ist viel Strom da und wenig Bedarf, ist er billig; ist wenig da und viel Bedarf, ist er teuer.
Warum der Preis unter null rutscht
An sonnigen, windigen Tagen speisen Solar- und Windanlagen sehr viel Strom ein. Fällt gleichzeitig die Nachfrage niedrig aus – etwa mittags an einem Feiertag –, ist plötzlich mehr Strom im Netz, als gebraucht wird.
Nun lassen sich viele Kraftwerke nicht einfach abschalten, und manche Erzeuger verdienen auch bei negativen Preisen noch an Förderungen. Für sie ist es günstiger, weiter zu produzieren und für die Abnahme draufzuzahlen, als abzuschalten. Dadurch rutscht der Börsenpreis unter null. Weil der Anteil von Sonne und Wind wächst, passiert das an immer mehr Stunden im Jahr.
Was das für Sie bedeutet
Für Sie ist das vor allem eine Chance – wenn Sie flexibel sind:
- Mit einem dynamischen Stromtarif zahlen Sie in diesen Stunden fast nichts und können gezielt Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto laden. Wie sich das rechnet, steht im Ratgeber zum dynamischen Stromtarif.
- Haben Sie eine Solaranlage, gilt seit 2025 eine Sonderregel: In Stunden mit negativem Preis gibt es keine Einspeisevergütung, dafür werden die Stunden hinten an die 20 Jahre angehängt – so funktioniert das.
Ob sich diese Chance für Ihren Haushalt auszahlt, sehen Sie mit echten Börsenpreisen gegen Ihr Verbrauchsprofil: dynamischen Tarif durchrechnen.
Häufige Fragen
Bekomme ich als Haushalt wirklich Geld, wenn der Preis negativ ist? Nur mit einem dynamischen Tarif, der die Börsenpreise weitergibt. Beim normalen Festtarif merken Sie davon nichts.
Wie oft kommt das vor? An wachsend vielen Stunden pro Jahr, vor allem mittags im Sommer bei viel Sonne und Wind – Tendenz steigend.
Ist das schlecht für die Energiewende? Es ist ein Zeichen, dass zeitweise mehr grüner Strom da ist als Bedarf. Genau deshalb lohnen sich Speicher und flexibler Verbrauch immer mehr.
Prüfen Sie mit echten Börsenpreisen, ob sich ein dynamischer Tarif für Sie lohnt: 👉 Dynamischen Tarif durchrechnen
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