Energiewende-Glossar
Die wichtigsten Begriffe rund um Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, Netzentgelte und Strommarkt – kurz und verständlich. Die Definitionen sind an amtliche Quellen angelehnt (Bundesnetzagentur, Gesetzestexte, Umweltbundesamt, EU-Kommission); wo es tiefer geht, verlinken wir auf den passenden Ratgeber.
Amortisationszeit
Der Zeitraum, nach dem sich eine Investition – etwa eine PV-Anlage – durch die mit ihr erzielten Einnahmen und Einsparungen vollständig bezahlt gemacht hat. Ab diesem Punkt erwirtschaftet sie einen Überschuss.
Autarkiegrad
Der Anteil des gesamten Stromverbrauchs, den ein Haushalt rechnerisch selbst deckt – etwa aus Photovoltaik und Speicher – statt ihn aus dem Netz zu beziehen. Nicht zu verwechseln mit dem Eigenverbrauch, der von der Erzeugerseite her rechnet.
Balkonkraftwerk
Amtlich „Steckersolargerät": nach dem EEG „ein Gerät, das aus einer Solaranlage oder aus mehreren Solaranlagen, einem Wechselrichter, einer Anschlussleitung und einem Stecker zur Verbindung mit dem Endstromkreis eines Letztverbrauchers besteht". Seit dem Solarpaket (16.05.2024) sind bis zu 2.000 W Modulleistung bei maximal 800 VA Wechselrichterleistung zulässig. (Quelle: EEG / Solarpaket) → Ratgeber Balkonkraftwerk.
COP (Coefficient of Performance)
Die Leistungszahl einer Wärmepumpe: das momentane Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu eingesetzter elektrischer Leistung unter festgelegten Prüfbedingungen (DIN EN 14511). Ein Laborwert – der reale Jahreswert (JAZ) liegt darunter. (Quelle: nach DIN EN 14511) → Ratgeber Jahresarbeitszahl.
Dynamischer Stromtarif
Nach § 41a EnWG ein Stromtarif, der „in Intervallen die Preisschwankungen auf den Spotmärkten widerspiegelt" – etwa im 15-Minuten-Takt zum jeweiligen Börsenpreis. Lieferanten mit mehr als 100.000 Kunden müssen ihn Haushalten mit intelligentem Messsystem anbieten. (Quelle: § 41a EnWG) → Ratgeber Dynamischer Stromtarif.
Eigenverbrauch(squote)
Der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Haushalt genutzt statt ins Netz eingespeist wird. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den vollen Bezugspreis. → Ratgeber Eigenverbrauch erhöhen.
Einspeisevergütung
Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte feste Vergütung für Strom aus einer EE-Anlage, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Sie wird ab Inbetriebnahme für 20 Kalenderjahre plus das verbleibende Inbetriebnahmejahr gezahlt. (Quelle: EEG) → Ratgeber Einspeisevergütung.
Heizlast
Die Wärmeleistung (in kW), die ein Gebäude benötigt, um bei der örtlichen Norm-Außentemperatur die gewünschte Innentemperatur zu halten – berechnet nach DIN EN 12831. Sie bestimmt die Auslegung der Wärmepumpe. (Quelle: nach DIN EN 12831) → Ratgeber Heizlast berechnen.
Jahresarbeitszahl (JAZ)
Nach Definition des Umweltbundesamts das Verhältnis der über ein Jahr abgegebenen Wärmemenge zur dafür eingesetzten elektrischen Energie (beide in kWh), inklusive Verdichter – berechnet nach VDI 4650 oder im Betrieb gemessen. Beispiel: Eine Wärmepumpe mit JAZ 3 erzeugt aus 1 kWh Strom und 2 kWh Umgebungswärme 3 kWh Heizwärme. Sie liegt fast immer unter dem COP aus dem Prospekt. (Quelle: Umweltbundesamt) → Ratgeber JAZ.
kWp (Kilowatt-Peak)
Die Nennleistung einer PV-Anlage unter genormten Standard-Testbedingungen (STC). Als „installierte Leistung" ist sie u. a. für die Registrierung im Marktstammdatenregister maßgeblich. Faustregel: 1 kWp liefert in Deutschland rund 950–1.100 kWh Solarstrom im Jahr. (Quelle: installierte Leistung nach MaStR/BNetzA)
Netzentgelt
Nach Definition der Bundesnetzagentur das Entgelt, das jeder Netznutzer für den Transport von Strom durch das Versorgungsnetz an den Netzbetreiber zahlt. Es ist reguliert, weil Stromnetze natürliche Monopole sind – und hängt stark vom Wohnort ab. (Quelle: Bundesnetzagentur) → Ratgeber Netzentgelte.
§14a EnWG
Regelung des Energiewirtschaftsgesetzes: Netzbetreiber dürfen „steuerbare Verbrauchseinrichtungen" netzorientiert steuern – im Gegenzug für eine Netzentgeltreduzierung. Als solche gelten laut Gesetz insbesondere Wärmepumpen, nicht öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektromobile, Anlagen zur Erzeugung von Kälte oder zur Speicherung elektrischer Energie sowie Nachtspeicherheizungen. (Quelle: § 14a EnWG) → Ratgeber §14a EnWG.
PVGIS
Photovoltaic Geographical Information System – ein frei zugängliches Ertragsmodell der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission, das den zu erwartenden Solarertrag standortgenau berechnet (Einstrahlung, Ausrichtung, Neigung, Verschattung). Wir nutzen es für realistische Ertragsprognosen. (Quelle: EU-Kommission, JRC)
Smart Meter (iMSys)
Intelligentes Messsystem nach dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG): eine moderne, digitale Messeinrichtung, verbunden mit einem Smart-Meter-Gateway, das die Zählerdaten sicher in ein Kommunikationsnetz einbindet. Voraussetzung für dynamische Tarife und zeitvariable Netzentgelte. (Quelle: MsbG) → Ratgeber Smart Meter.
Spotmarkt / Börsenstrompreis
Der kurzfristige Handelsplatz für Strom mit Day-Ahead- und Intraday-Auktionen. Im Day-Ahead-Handel wird Strom für den Folgetag gehandelt; die Börse ermittelt für jede Stunde den Großhandelspreis. Bei viel Sonne und Wind kann er stark fallen, teils unter null. (Quelle: Bundesnetzagentur) → Ratgeber Strombörse.
Vorlauftemperatur
Die Temperatur, mit der das Heizwasser vom Wärmeerzeuger zu den Heizflächen strömt. Je niedriger sie ist (Fußbodenheizung ~35 °C gegenüber alten Heizkörpern ~55 °C), desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe – der größte Hebel für eine hohe JAZ.
Volllaststunden
Rechengröße: die Zahl der Stunden, die eine Anlage bei voller Leistung laufen müsste, um ihre tatsächliche Jahresmenge zu erzeugen. Bei Heizungen dienen rund 2.000 Volllaststunden als grobe Schätzung der Heizlast aus dem Jahresverbrauch.
Wechselrichter
Wandelt den Gleichstrom (DC) der Solarmodule in den im Netz üblichen Wechselstrom (AC) um. Er ist das technisch am ehesten alternde Bauteil einer PV-Anlage; die Lebensdauer liegt oft bei 12–15 Jahren.
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