Wärmepumpe: Stromverbrauch und Stromkosten pro Jahr

Wie viel Strom eine Wärmepumpe zieht, hängt vor allem am Zustand des Hauses. Die Spanne ist groß: Ein gut gedämmter Neubau kommt mit rund 2.000 Kilowattstunden im Jahr aus, ein unsanierter Altbau kann 13.000 brauchen. Typisch für ein Einfamilienhaus sind 4.000 bis 6.000 kWh – und mit einem Wärmepumpentarif liegen die Kosten meist bei 1.000 bis 1.500 € im Jahr.

Die Formel dahinter

Der Verbrauch lässt sich einfach abschätzen:

Wärmebedarf des Hauses (kWh) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ) = Stromverbrauch (kWh)

Die JAZ sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden. Je besser gedämmt und je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ – und desto weniger Strom. Genau deshalb entscheidet die Dämmung so stark mit.

Verbrauch und Kosten nach Gebäudetyp

Gebäude Vorlauf JAZ Stromverbrauch/Jahr Kosten/Jahr*
Neubau (KfW 40/55, Fußbodenheizung) ~35 °C 4,3–4,8 1.900–3.300 kWh ~530–920 €
Sanierter Altbau ~50 °C 3,0–3,5 4.300–5.600 kWh ~1.200–1.600 €
Unsanierter Altbau ~65 °C 2,3–2,8 8.000–13.000 kWh ~2.200–3.600 €

* grob bei einem normalen Strompreis gerechnet; mit Wärmepumpentarif spürbar weniger (siehe unten).

Der Stromtarif macht den Unterschied

Für Wärmepumpen gibt es eigene, günstigere Tarife: Aktuelle Wärmepumpentarife liegen bei 20 bis 25 ct/kWh, während normaler Haushaltsstrom rund 37 ct kostet. Über einen separaten Zähler bezogen, senkt das die Heizkosten deutlich. Ein solcher Tarif lohnt sich in der Regel ab etwa 5.000 kWh Jahresverbrauch. Dazu kommt der §14a-Netzentgelt-Rabatt, der den Strompreis weiter drückt.

Ehrlich: im unsanierten Altbau kann es kippen

Hier lohnt der klare Blick: Im Neubau spart die Wärmepumpe gegenüber Gas rund 330–500 € im Jahr, im sanierten Altbau noch 100–300 €. Im unsanierten Altbau mit hoher Vorlauftemperatur kann sie dagegen teurer werden als Gas – 200 bis 400 € Mehrkosten sind möglich, wenn die JAZ zu tief fällt. Ob Ihr Haus über der wirtschaftlichen Schwelle liegt, klärt der Ratgeber „Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?" – meist genügen gezielte Maßnahmen, keine Vollsanierung.

So senken Sie den Verbrauch

  • Vorlauftemperatur runter (größere Heizkörper, hydraulischer Abgleich) → hebt die JAZ.
  • Eigenen PV-Strom nutzen → jede selbst erzeugte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom.
  • Dynamischer Tarif + Speicher → in den günstigsten Stunden heizen und laden.

Häufige Fragen

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus? Typisch 4.000 bis 6.000 kWh im Jahr – im Neubau weniger, im unsanierten Altbau deutlich mehr.

Was kostet das im Jahr? Meist 1.000 bis 1.500 € mit Wärmepumpentarif; im unsanierten Altbau auch mehr.

Lohnt sich ein Wärmepumpentarif? In der Regel ab rund 5.000 kWh Jahresverbrauch – er liegt bei 20–25 ct statt 37 ct.

Kann die Wärmepumpe teurer sein als Gas? Ja, im unsanierten Altbau mit sehr hoher Vorlauftemperatur. Entscheidend ist die JAZ.


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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Unabhängig & kostenlos – wir verkaufen keine Anlagen, sondern rechnen ehrlich.

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