Solarthermie oder Photovoltaik? Der ehrliche Vergleich

Beide sitzen auf dem Dach, beide nutzen die Sonne – aber sie machen etwas völlig Verschiedenes. Solarthermie erzeugt Wärme, Photovoltaik erzeugt Strom. Und weil der Platz auf dem Dach begrenzt ist, müssen Sie sich meist entscheiden. Die kurze Antwort: Für die allermeisten Haushalte ist heute Photovoltaik die bessere Wahl. Warum, steht hier.

Was beide können

Solarthermie wandelt Sonnenlicht sehr effizient in Wärme um – rund 50 bis 70 % der eingestrahlten Energie landen als Wärme im Speicher. Diese Wärme nutzen Sie für Warmwasser und optional zur Heizungsunterstützung. Das Problem: Mehr als Wärme kann sie nicht. Im Sommer, wenn die Sonne am stärksten scheint, ist der Warmwasserspeicher schnell voll – der Überschuss verpufft ungenutzt.

Photovoltaik wandelt nur etwa 20 % der Sonnenenergie um – aber in Strom, und der ist universell einsetzbar. Sie können ihn im Haushalt nutzen, das Warmwasser damit machen, eine Wärmepumpe und ein E-Auto betreiben – und was übrig bleibt, speisen Sie gegen Vergütung ins Netz ein. Nichts verpufft.

Warum Photovoltaik meist gewinnt

Der entscheidende Unterschied ist die Flexibilität. Eine PV-Anlage erledigt mit dem passenden Gerät auch das, wofür man früher Solarthermie brauchte: Ein einfacher Heizstab oder eine Brauchwasser-Wärmepumpe macht aus Solarstrom Warmwasser. Damit kann PV alles, was Solarthermie kann – und obendrein den Rest.

Dazu kommt der wirtschaftliche Punkt: Der Solarstrom, den Sie nicht selbst brauchen, ist nicht verloren, sondern bringt über die Einspeisevergütung 20 Jahre lang Geld. Solarthermie-Wärme, die im Sommer keiner braucht, bringt dagegen gar nichts. Auf demselben Quadratmeter Dach holt PV über das Jahr deshalb meist mehr heraus.

Wann sich Solarthermie trotzdem lohnt

Ganz vom Tisch ist Solarthermie nicht. Sie kann die richtige Wahl sein, wenn:

  • Sie einen sehr hohen Warmwasserbedarf haben (große Familie, bestimmte Betriebe) und die Wärme das ganze Jahr abnehmen,
  • das Dach ohnehin zu klein für beides ist und Sie gezielt nur Warmwasser lösen wollen,
  • eine Anlage bereits vorhanden und intakt ist – dann lohnt der Austausch selten.

In diesen Fällen spielt die hohe Wärme-Effizienz ihren Vorteil aus. Für den typischen Haushalt, der die Wahl hat, überwiegt aber die Flexibilität der Photovoltaik.

Die moderne Antwort: PV plus Wärmepumpe

Am wirtschaftlichsten ist heute meist die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe. Die PV liefert den Strom, die Wärmepumpe macht daraus Wärme und Warmwasser – hocheffizient und das ganze Jahr. Diese Kombi ersetzt Solarthermie und die alte Heizung zugleich und nutzt das Dach maximal aus. Wer die Wärmequelle sogar geräuschlos und ohne Bohrung aufs Dach holen will, findet in PVT-Modulen eine (allerdings hochpreisige) Spezialvariante. Wie viel Ihr Dach dabei einbringt, sehen Sie im Photovoltaik-Rechner.

Häufige Fragen

Kann ich beides aufs Dach setzen? Technisch ja, aber der Platz ist begrenzt – und jede Fläche für Solarthermie fehlt der flexibleren PV. Meist ist das nicht die beste Nutzung.

Ist Solarthermie nicht effizienter? Beim reinen Umwandeln von Sonne in Wärme ja. Aber diese Wärme ist nur für Warmwasser nutzbar, während PV-Strom vielseitig einsetzbar ist und Überschuss vergütet wird – unterm Strich holt PV meist mehr heraus.

Was ist mit Warmwasser im Sommer? Das übernimmt bei PV eine Brauchwasser-Wärmepumpe oder ein Heizstab – mit Solarstrom, der sonst eingespeist würde.

Und PVT – Strom und Wärme in einem Modul? Die gibt es: Hybrid-Module, die beides zugleich erzeugen. Interessant sind sie vor allem als leise Wärmequelle für eine Wärmepumpe – mehr im Ratgeber zu PVT-Modulen.


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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Unabhängig & kostenlos – wir verkaufen keine Anlagen, sondern rechnen ehrlich.

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